Ratgeber: Handy mit oder ohne Vertrag kaufen?

Ratgeber: Handy mit oder ohne Vertrag kaufen?

Das Smartphone dient in erster Linie der Kommunikation - via E-Mail, Messenger und Social Media.

Das Smartphone dient in erster Linie der Kommunikation – via E-Mail, Messenger und Social Media.

Es scheint fast als wäre es eine Typsache. Die einen kaufen für teures Geld ein Handy und werden dabei von denjenigen kritisch beäugt, die ein neues Handy einfach automatisch zur Vertragsverlängerung bekommen. Unterm Strich, so sagen sie, sparen sie sich jedoch bares Geld durch den Selbst-Kauf anstatt das Smartphone durch höhere Vertragsgebühren abzustottern. Welche Optionen es gibt und welche sich rechnen, soll dieser Beitrag zeigen.

Ein Neukauf rentiert sich oft mehr als ein Handy via Ratenverlängerung

Laut spiegel.de gab es Mitte des Jahres 2015 deutschlandweit insgesamt 46 Millionen Smartphones, die betrieben wurden. Über die Hälfte, nämlich 25 Millionen wechseln jährlich den Besitzer. Verkaufen können Privatleute, Händler oder Mobilfunkanbieter. Und wer beim Mobilfunkanbieter kauft, der verlängert entweder seinen Vertrag oder schließt gleich einen neuen ab – inklusive einem brandneuen Smartphone für meist nur einem Euro. Der eigentliche Preis dafür wird allerdings auf die monatlichen Gebühren aufgeschlagen. Doch das sei unterm Strich nicht wirklich günstiger.

Wer indes via Tarifvergleich einen kostengünstigen All-Net-Tarif findet und auf einem ähnlichen Weg ein Smartphone erwirbt, soll an die 38 Prozent sparen können. Auch bei teuren Smartphone-Modellen betrage den Experten zufolge der Preisvorteil immer noch über 20 Prozent. Telsol beispielsweise hat aktuell iPhone-6-Modelle im Angebot, die mit einer Null-Prozent-Finanzierung handliche preisliche Häppchen ermöglichen und damit das Argument derer schlagen, die lieber den Vertrag verlängern, um nicht einen großen Batzen Geld auf einmal ausgeben zu müssen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Ja, es gibt sie auch hier. Die Ausnahmen, die einem Schnäppchenjäger auch dann ermöglichen, kostengünstig an ein neues Handy zu kommen – selbst wenn „einfach nur“ der Vertrag verlängert wird. So geht es:

  • Verbraucher sollten warten bis das Wunsch-Gerät im Sonderangebot beim Mobilfunkanbieter in der Werbung ist.
  • Durchrechnen, welche monatliche Belastung ein Ratenkauf nach sich ziehen könnte im Vergleich zu den monatlichen Gebühren, die auf dem Vertrag stehen und über 20 Euro liegen.
  • Schnäppchen machen, wenn unterm Strich mit einer Vertragsverlängerung die günstigeren Konditionenen angeboten werden.

Entscheiden die Nutzerwünsche über das Gerät?

Wie bei allen technischen Geräten entscheidet der Nutzer selbst, welches Gerät er braucht bzw. wie dieses ausgestattet sein muss, um ihn zum zufriedenen Smartphone-Besitzer zu machen. Dass die Zahl der Smartphone-Nutzer in den letzten Jahren rasant in die Höhe geschnellt ist, weiß im Grunde jeder. Lag die Zahl im Januar 2009 noch bei 6,31 Millionen Smartphone-Nutzern in Deutschland, waren es im Januar 2015 bereits 46 Millionen Smartphonenutzer in Deutschland, wie eine Studie der comScore zeigt (Quelle: statista.com).

Ein Blick auf die täglich genutzten Inhalte und Funktionen verwundert jedoch:

  • 35,4 Prozent der Smartphone-Besitzer nutzen täglich die E-Mail-Funktion.
  • 32,7 Prozent der Smartphone-Besitzer nutzen täglich Instant-Messaging.
  • 26,7 Prozent der Smartphone-Besitzer nutzen täglich Wetterinformationen.
  • 26,1 Prozent der Smartphone-Besitzer nutzen das Smartphone für Soziale Netzwerke.

Damit werden die Standard-Funktionen genutzt, die im Grunde jedes Smartphone mitbringt. Ein Blick auf die dazugehörige Grafik zeigt, dass Spielen, Photo- und Video-Sharing – also die Funktionen für die ein besserer Speicher, eine bessere Grafik und ein größeres Display wünschenswert wären – nicht einmal von einem Viertel der Befragten genannt wurden.

Und so liegt die Schlussfolgerung nahe, dass – unabhängig davon ob mit oder ohne Vertrag ausgewählt wird – das Prestige im Vordergrund steht – wie das im Übrigen schon vor etlichen Jahren der Fall war.

Ein Smartphone wird in erster Linie zum E-Mailen, Messaging und Interagieren in sozialen Netzwerken genutzt.

Ein Smartphone wird in erster Linie zum E-Mailen, Messaging und Interagieren in sozialen Netzwerken genutzt.

Ein Blick auf die Smombie-Generation

Diese Haltung wird mit dem "Jugendwort des Jahres 2015" als "Smombie" bezeichnet.

Diese Haltung wird mit dem „Jugendwort des Jahres 2015“ als „Smombie“ bezeichnet.

Der „Smombie“, also eine Kombination von Smartphone und Zombie, ist das Jugendwort des Jahres 2015, tritt jedoch im realen Leben nicht nur in Gestalt von Jugendlichen auf. Woran man einen Smombie erkennt? Am steifen Nacken, der egal wo er geht und steht immer auf das Smartphone in der Hand gerichtet wird. Doch wann fängt das Smombie-Dasein eigentlich an? In der Schule, wissen Experten, denn dann wird bereits verglichen, wer welches Handymodell hat.

Gut ist das nicht, das wurde in einer brandneuen Studie wieder einmal deutlich. Die Folgen der Handynutzung seien (Quelle: faz.net):

  • Eine massive Ablenkung von Wichtigem wie etwa Hausaufgaben oder Lernen.
  • Die unüberlegte Freigabe persönlicher Daten.
  • Das Stresspotential durch Messenger-Dienste.
  • Nicht-jugendfreie Seiten.
  • Videos mit entwürdigenden Darstellungen.
  • Der geringer werdende Kontakt zu realen Freunden.
  • Die steigenden Fälle von digitalem Mobbing.

Experten gehen davon aus, dass Kinder ab neun Jahren mit einem Handy umgehen können, aber erst ab 12 Jahren die nötige Reife für ein internetfähiges Smartphone haben. An dieser Stelle sei die Wahl des Handytarifs von enorm großer Bedeutung, denn selbst Prepaid-Karten dämmen nur das finanzielle Risiko, können es aber keineswegs gänzlich ausschalten. Aufklärung ist hier besonders wichtig, denn Klingeltöne, Apps und Spiele verlocken doch deutlich zum Kauf.

Eltern sollten idealerweise bei der Vertragswahl auf einen Kinder- oder Jugendtarif setzen, der eine eingebaute Kostensperre hat. Wer als Erziehungsberechtigter zudem Nutzungs- und Benimm-Regeln einführt (nicht in der Schule, nicht beim Essen, nicht wenn Besuch da ist, zu spielen) und die tägliche Handy-Zeit begrenzt, kann die Negativfolgen der Handynutzung am besten beschränken.

Bilderquellen:
Abbildung 1: pixabay.com © novelrobinson (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: Grafik aus Statista.com, veröffentlicht durch comScore, Herkunftshinweis: comscoredatamine.com, März 2014.

Abbildung 3: pixabay.com © StockSnap (CC0 Public Domain)